ZeituMStellung

30. März. Kennt ihr das? Es ist Montag morgen. Gestern war mal wieder ZeituMStellung. Jedesmal dasselbe. Mein Biorhythmus und die Uhrzeit liegen wochenlang im Streit miteinander. Meine Ehefrau ist eine Lerche, ich gehöre zu den Nachteulen. Das kompliziert die Sache noch, genauso wie der Umstand das wir zusammen 147 Jahre alt sind. Aber der Reihe nach:

Glücklicherweise ist die ZeituMStellung stets am Wochenende. Das Wochenende ist bei uns recht entspannt – wir sind zu alt für jedweden Stress. Meine Frau sagt oft „ich habe auch MS – deine!“ Und damit hat sie mehr als Recht. Samstag Abend waren wir mit Freunden im Konzert von 18h bis 23h, danach sofort ins Bett. Nachteule die ich nunmal bin, wache ich Sonntags erst um 7h auf, schaue auf den Wecker und drehe mich nochmal um. Pünktlich um 8h bin ich wieder wach und begebe mich ins Bad. Dann im Schlafanzug mit dem Lift ins EG – es duftet schon nach Brötchen!

Um 18:30h gehts wieder los zur Lesung im Kurhaus Bad Camberg. Sky du Mont liest aus seinen Büchern und hat natürlich auch das Neueste dabei. Gisela bekommt eine persönliche Widmung und es wird wieder 23h bis wir zu Hause sind. Wir wohnen im schönen Rheingau-Taunus-Kreis aber für die Kultur benötigt man leider ein Auto. Natürlich elektrisch.

Jetzt also Montag. Die Uhren sind auch schon umgestellt. Bei meinem Wecker besonders einfach. Er hat eine DST-Taste mit der man einfach eine Stunde vor bzw. wieder zurück stellen kann. Hatte ich noch beim zu Bett gehen erledigt.

Erstes Aufwachen um zwanzig nach sieben. Eindeutig zu früh. Ich drehe mich auf die Seite und schlafe wieder ein. Neuerliches Aufwachen um zwanzig nach acht. OMG ich hab Physiotherapie! Ab ins Bad per Rollstuhltransfer. Dort angekommen fühle ich mich hundemüde. Natürlich leiden nicht nur MSler an der ZeituMStellung sondern auch alle anderen. Gisela, die früher aufsteht, sagt „an mir ist alles nur schwer und bleiern“.

Vor Jahren gab es eine europäische Umfrage dazu. Die überwiegende Mehrheit hat gegen eine Umstellung und für die Wiedereinführung einer einheitlichen Zeit plädiert. Leider blieb der Bürgerwunsch ungehört. Die versprochene Energieeinsparung ist ohnehin als Legende entlarvt.

Zweiter Tag nach der ZeituMStellung. Gisela muss mich um 8:45h wecken. Mein Körper will die Normalzeit = Winterzeit zurück. Sie aber hat früh einen Beratungstermin. Als ich in der Küche ankomme, zeigt die Uhr am Herd die „Traumzeit“ 08:18h. Die muß ich noch umstellen, aber erst mal freue ich mich darüber, dass in ihrem Inneren noch die „alte“ Zeit herrscht. Auch Technik hat Gefühle.


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