Die Motorradhistorie – Teil 1 deckt die Jahre von 1937 bis 1948 ab. Es folgen also hier zunächst die 50-er Jahre, als die deutsche Motorradindustrie noch existierte mit BMW, Horex, Heinkel, Hercules, Maico, NSU, Sachs und Zündapp, um nur die bekanntesten zu nennen. Weniger bekannt waren bei uns die englischen Marken dieser Jahre, auch wenn BSA, Norton und englische Triumph durchaus eine Rolle spielten. Für die meisten völlig unbekannt bei uns dagegen Edelmarken wie Brough Superior, Velocette und Vincent. Am Ende von 50-Jahre-Moped – Teil2 ist ein Bild einer Vincent zu sehen (Aufnahme ca. 1980). Solche Kostbarkeiten findet man heute meist nur im Museum. Also begeben wir uns nach Niederwetz zu Nicole ins private Vincent Museum.

Das historische Fachwerk passt wunderbar zu zahlreichen den Zweirad-Schätzen, die im Inneren der beiden Gebäude zu sehen sind.

Die Aufnahme stammt von der 19th German VOC Rallye in Niederwetz in den 80ern. Vincent wurden in GB nur bis 1955 gebaut, da begann bereits der Niedergang der Motorradindustrie, nicht nur in England. Im Vordergrund jedoch keine Vincent, sondern eine sehr schöne Velocette Thruxton. In den 80ern wurde das Museum von Kurt Schupp aufgebaut, der in den 60ern den German VOC gegründet hat. Im Museum gibt es nicht nur Vincent zu sehen, sondern Raritäten aus alle Epochen, so wie diese wunderbare Moto Guzzi.

Nun aber zu den Vincent Maschinen. Das wichtigste Ausstellungsstück ist natürlich die Black Lightning auf dem letzten Bild, die Kurt Schupp 1960 kaufte.
Im Laufe der Zeit erwarb Kurt zahlreiche Vincent und Teile, so daß er schließlich über die größte Sammlung in Deutschland verfügte. Auf diesem Bild ist seine Black Shadow zu sehen, mit der er zahlreiche Kilometer zurücklegte.

Nicole verkauft Teile der Sammlung und so trafen wir zufällig Klaus W. und Peter F. beim Teile ergattern. Wir entschieden uns für dieses schöne Plakat aus Blech, das die Freunde Kurt zum 80sten verehrt hatten. Es zeigt Kurt’s berühmte Black Lightning.

Wenn immer wir unterwegs sind – mittlerweile mit dem Auto – suchen wir nach Gelegenheiten um historische Motorräder zu sehen.
PS-Speicher in Einbeck Mai 2024
Im Hotel Freigeist gegenüber vom PS-Speicher begrüßt uns schon eine Auswahl von Fahrzeugen aus den Fünfzigern. Ein NSU-Max Gespann zusammen mit einer Auswahl an Rollern wie Heinkel Tourist, Lambretta, Zündapp Bella usw. als kleiner Vorgeschmack auf das Museum.

Im Museum sind diese auf wechselnden Drehbühnen angeordnet, so dass man die Objekte in Ruhe betrachten und fotografieren kann.
Das Museum findet ihr hier PS Speicher Webseite

Es beherbergt die weltgrößte Sammlung historischer deutscher Serienmotorräder mit über 800 Stück an der Zahl. Auf diesem Bild ist Gisela gerade bei der Foto-Arbeit.

Zylinderhaus in Bernkastel-Kues 2020
Wem Einbeck zu weit weg ist, fährt vielleicht lieber an die Mosel. Im Zylinderhaus findet man eine ähnlich nette nostalgische Atmosphäre, mit einem noch breiteren Spektrum. Zylinderhaus Webseite
Nicht ganz so viele Zweiräder wie in Einbeck, aber trotzdem eine beeindruckende Sammlung mit mehreren Hundert Fahrzeugen bis in die 70er-Jahre. Vor allem aber die liebevolle Gestaltung der zugehörigen Zeitgeschichte hat uns begeistert. In den historisch gestalteten „Oma-Läden“ kann man stundenlang „shoppen“ gehen. Die Auto und Motorradsammlung deckt auf 5000qm über fünf Jahrzehnte ab, von den 30ern bis in die 70er Jahre. Wunderbar auch die ARAL-Tankstelle aus den 60er Jahren, an der ich mein erstes Moped noch betanken durfte. Sah in meiner Heimatstadt 1970 noch genauso aus. Beim ersten Besuch schickte mich der Tankwart (mit Bedienung!) sofort zur „Gemischtsäule“. Es kostete mich einige Überredungskünste ihn zu überzeugen, dass ich Super brauchte. Er war übrigens sicher, ich fahre damit meinen Motor „sauer“.

Unten einige Blicke in die Zweirad und Autosammlung. Am besten ihr seht euch das vor Ort selbst an.



Übrigens: es gibt ein Restaurant und einen Biergarten. Als Highlight fährt dort eine LGB Gartenbahn an den Tischen entlang.

Classicbid Zentrum Grolsheim (Rheinhessen)
Etwas aus der Reihe fällt das Classiczentrum, wo wir vor Jahren mit der Familie meinen Geburtstag nachgefeiert haben. Das Restaurant ist mitten in der Autoausstellung. Damit hat man automatisch eine Atmosphäre, die auch Kinder begeistert. Tischreservierung empfohlen.
Mit 150 Fahrzeugen auf 9.000 qm findet man fast alles, was auf vier Rädern fährt. Das Besondere: alle Fahrzeuge können erworben werden, vorausgesetzt man sucht etwas Besonderes. Regelmäßig finden Versteigerungen statt. Die meisten Autos sind Youngtimer von den 60ern bis zur Neuzeit. Auch hier sind mehr als 50 Jahre Automobilgeschichte versammelt, mit dem Fokus, das viele Wunschautos der eigenen Kinderzeit dabei sind. Trotzdem wird man bereits ab 7.500 Euro fündig. Übrigens gibt es auch manchmal Zweiräder, aber eine Harley würde ich jetzt nicht unbedingt hier kaufen. Zur Classicbid Webseite

Damit hoffe ich euch erstmal genug Tipps für den Wochenendausflug gegeben zu haben. Viel Spaß dabei wünscht euch euer Karl





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